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Sondersammlung Medizintechnik
Ab Herbst 2012 im phanTECHNIKUM

Arztpraxis von gestern

Moderne, Sicherheit und hohe Qualität beherrschen die Kliniken und Arztpraxen des 21. Jahrhunderts. Doch mit welchen Geräten untersuchte ein Arzt im 18., 19. und 20. Jahrhundert seine Patienten? Wie sahen die Untersuchungszimmer und Operationssäle aus? Exponate zur Zahnheilkunde, Zahntechnik, Radiologie, Physiotherapie und Pharmazie geben Antworten. Bisher beherbergte die Hansestadt Wismar eine medizinhistorische Sammlung, die in ihrer Vielfalt und Geschlossenheit für Ostdeutschland einmalig, für Gesamtdeutschland selten ist. Das seit den 1970er Jahren in der DDR geplante Museum zur Medizingeschichte sollte bereits Anfang der 1990er Jahre entstehen. Doch die Wirren der Wendezeit, finanzielle Schwierigkeiten und veränderte kulturpolitische Schwerpunkte setzten diesen Bemühungen ein abruptes Ende. Im phanTECHNIKUM wird die Sammlung endlich einen dauerhaften Platz erhalten.

Zahn um Zahn

Die Zahnmedizin und Zahntechnik nimmt den größten Teil der Sammlung ein. Erhalten sind Objekte aus Zahntechnikerwerkstätten Rostocks und Bad Doberans. Exponate dokumentieren die Entwicklung einer Zahnarztpraxis vom 18. Jahrhundert bis in die 1930er Jahre.

Voller Durchblick

Rund 400 Objekte zeigen den Erfolgsweg der Röntgentechnik. Den Grundstock bildet eine Schenkung des Dresdner Radiologen Professor Heinrich Fritz aus dem Jahre 1982. Aus seiner Sammlung stammen etwa 70 Röntgenröhren und 50 Röntgengeräte, zum Teil aus der Pionierzeit der Röntgentechnik. Das älteste Gerät stammt aus dem Jahre 1907, die älteste Röhre aus dem Jahre 1896. Die Sammlung gibt einen hervorragenden Einblick in die Anfänge der Röntgentechnik.

Geräte der Naturheilkundeverfahren

Kern der Sammlung sind Übungsgeräte, die nach der Methode des schwedischen Physiologen Gustav Zander (1835-1920) dem Gelenk- und Muskeltraining dienten. Erwähnenswert sind auch die Massagegeräte, ein Sporthochrad und ein Schwitzkasten. Diese sogenannten »Zander-Geräte« sind heute in keinem deutschen Museum mehr beheimatet, so dass die Wismarer Sammlung in diesem Bereich einmalig in Deutschland sein wird.

Goethes Gruß

Ein besonderes Stück im Sammlungsbestand ist die Weimarer Hofapotheke. Neben den pharmazeutischen Geräten hält sie eine Überraschung bereit: die Sitzbank, auf der Goethe mit dem Herrn Hofapotheker gesessen und sich beraten haben soll. Neben der typischen städtischen Apotheke gestatten außerdem Haus- und Reiseapotheken sowie eine Feldapotheke aus der Zeit der Befreiungskriege einen Einblick in das historische Spektrum der deutschen Pharmazie.

Sehhelfer

Die Sammlung zur Augenheilkunde ist eine der umfangreichsten in der Bundesrepublik. Eine Reihe ophthalmologischer Instrumente und Apparaturen gibt einen umfangreichen Einblick in Möglichkeiten und Grenzen der Augenheilkunde.

 
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