Hammer, Amboss, glühender Stahl und viel Kraft. In der Schmiede im thüringischen Ohrdruf fliegen die Funken. Bei Temperaturen zwischen 800 und 1200 Grad Celsius erhitzt Marcus Hennig den Stahl. Der junge Schmied kommt ins Schwitzen. Doch sein Arbeitseifer ist ungebremst. Unermüdlich schwingt Hennig den Hammer, um das Metall in Form zu bringen. Er hat sich vorgenommen, eine Blüte aus Stahl zu modellieren. Kein leichtes Unterfangen. Dr. Kathrin Möller, Andrej Quade und Christian Krause schauen dem Ballenstädter bei seiner schweißtreibenden Arbeit über die Schulter. „Mit enormem Kraftaufwand wird eine feingliedrige Bachblüte geschmiedet. Beeindruckend“, sagt Dr. Kathrin Möller. Die Projektleiterin des phanTECHNIKUM und ihre Mitarbeiter besuchten auf Einladung Professor Günter Köhlers (DVS-Landesverband Thüringen) an einem Juniwochenende das Symposium der Kunstschmiede im Ohrdrufer Tobiashammer.
Schmieden wird auch im neuen Wismarer Ausstellungshaus präsent sein. „Deshalb war der Besuch bei dem Schmiedesymposium in Thüringen für uns sehr wichtig. Dort haben wir Anregungen, Ideen und Kontakte gesammelt, die wir in Zukunft nutzen werden“, erklärt Dr. Kathrin Möller. Selbst Hand anlegen durfte das Team aus Wismar nur kurz. Der kunstvolle Umgang mit Hammer und Amboss blieb den Schmieden überlassen. Marcus Hennig, Maik Scheermann aus Berlin und Dr. Ulrich Barnickel aus Schlitz bei Fulda formten zwischen dem 11. und 13. Juni 2010 kunstvolle Schmiedearbeiten. Besucher staunten über die Skulpturen aus Stahl, die sich alle um das Thema „Johann Sebastian Bach in Ohrdruf“ drehten. Maik Scheermann fertigte einen symbolischen Bach-Stammbaum an, während Dr. Ulrich Barnickel einen rund drei Meter hohen Kurrendesänger zum Leben erweckte. Auch die Blüte, die Marcus Hennig aus Stahl erblühen ließ und die die aufstrebende Karriere des Komponisten darstellt, zog viele Blicke auf sich. „Tolle Arbeit“, sagte Dr. Kathrin Möller mit Blick auf die Ergebnisse, die dauerhaft im Tobiashammer ausgestellt werden. „Für Wismar wäre eine ähnliche Veranstaltung denkbar. Das phanTECHNIKUM wird alle Bedingungen erfüllen, damit ein Schmiedesymposium in Zukunft auch in der Hansestadt stattfinden kann“, sagt Dr. Kathrin Möller.



