DVS: “Feuer verbindet”
Einfach Feuer und Flamme: Die Schmiedekunst
Wenn Asterix, der Gallier, und seine Freunde im von Römern umzingelten Dorf ihre Abenteuer bestreiten, dann darf einer nicht fehlen: Der Schmied Automatix, der mit seinem Schmiedehammer manches Mal auch den gallischen Barden Troubardix gesanglich in Schach hält. In der Tat ist die Schmiedekunst eine der ältesten Formen der Schweißtechnik. Oder besser gesagt: Das Schweißen ist eine uralte Schmiedetechnologie, die schon 600 Jahre vor Christus bekannt war, wie Fundstücke belegen.
Natürlich darf dann in einer Ausstellung über das Schweißen die Schmiedekunst nicht fehlen. Deshalb erwartet die Besucher des phanTECHNIKUM gleich zu Beginn der Ausstellung Feuer ein Einblick in die Arbeitswelt eines Schmieds.
Während in der heutigen, modernen Schweißtechnik für fügetechnische Aufgaben mehr als 100 chemische und physikalische Effekte genutzt werden, bot das Schmieden die Möglichkeit, Metalle zu verbinden und oder zu verformen, lange bevor Gasflamme und Lichtbogen zum Schweißen benutzt wurden. Anfangs waren Schmiede Alleskönner, erst im Laufe der Zeit erfolgte nach und nach eine immer größere Spezialisierung: Messerschmiede, Goldschmiede, Kettenschmiede, Hufschmiede, Waffenschmiede oder auch Werkzeugschmiede sind Beispiele für Berufe, die daraus entstanden. Der Handwerksberuf des Kunstschmieds ist im heutigen Berufsbild des Metallbauers, Fachrichtung Metallgestaltung aufgegangen.
Die Schmiede im phanTECHNIKUM wird eindrucksvoll zeigen, wie sich Fügetechnik mit Feuer, Hammer und Amboss realisieren lässt. Dazu werden auch authentische Ausstellungsstücke beitragen, unter anderem ein Damaszener Schwert. Ein Film über die Schmiede „Tobiashammer“ in Ohrdruf sowie ein Film über das Schmieden selbst, sind ebenfalls als Ausstellungsbeitrag geplant.
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Viel älter als gedacht!
Die Anfänge der Fügetechnik liegen sehr lange zurück. Es gibt Schweißarbeiten, die über 5.000 Jahre alt sind. Hätten Sie das gedacht? Gelöteter Schmuck, geschweißte Waffen oder Messer gehören zu den frühesten Zeugnissen der Metallver- und -bearbeitung. Es ist überraschend, wie weit die Geschichte der Fügetechnik in die Vergangenheit zurück reicht. Weniger verwundert es hingegen, dass die Faszination des Schweißens und der anderen Fügeverfahren bis heute auch nach Jahrtausenden ungebrochen ist.
Im phanTECHNIKUM® wird die lange Geschichte der Fügetechnik eines der bestimmenden Themen der Ausstellung sein. „Feuer verbindet“ eben – und zwar nicht nur Gegenstände, sondern auch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Zu entdecken, wie alt die Geschichte des Fügens schon ist, wird viele Besucher des phanTECHNIKUM® sicherlich überraschen. Faszinierend wird es dann aber sein, die Vergangenheit der Fügetechnik in unmittelbarem Vergleich zur Zukunft zu sehen: Moderne Schweißroboter in Aktion verdeutlichen diesen Gegensatz und zeigen, mit welcher Präzision die Fügetechnik schon heute aufwartet.
Wer fügt, trägt aber auch die Verantwortung dafür, dass die Fügestellen halten, was sie versprechen. Wie Schweißnähte geprüft werden und was es dabei zu beachten gilt, soll im phanTECHNIKUM® deshalb auch zum Thema der Ausstellung werden. Überraschung, Faszination und das Wissen um die Verantwortung, die man beim Umgang mit moderner Fügetechnik trägt – in der Mitmach-Werkstatt können die Besucher alles das selber erleben und ihrer Fantasie freien Lauf lassen.
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Ohne Fügen ist nix …
Im phanTECHNIKUM sind die Besucher dazu eingeladen, die vielen Facetten der Fügetechnik zu entdecken. Was sie am Eingang erwarten wird, sind Dinge des täglichen Lebens: Eine Zahnspange, ein Herzschrittmacher, ein Modell des Ferienfliegers oder der Reisefähre, ein Schwimmtier, ein Balkongeländer, die Kuppel des Reichstages und, und, und … Alle diese Dinge würde es ohne eine moderne Fügetechnik nicht geben. Und wie sähe unser Leben dann aus?
Ohne Schweißen ist zum Beispiel nix mit der Urlaubsreise per Schiff, per Flugzeug oder per Auto. Schließlich soll die Fahrt in die wohlverdienten freien Tage nicht nur zügig, sondern auch sicher verlaufen. Damit moderne Transportmittel diese Anforderung erfüllen können, werden leichte, aber hochbelastbare Werkstoffe beim Bau verwendet. Und damit die Konstruktion der Fahrzeuge hält, muss die Fügetechnik Leistung bringen: So manche der etwa 250 verschiedenen Fügeprozesse, die es insgesamt gibt, werden beim Bau von modernden Fahrzeugen angewendet werden. Die langen laserhybridgeschweißten Nähte des Schiffsrumpfes, die Klebeverbindungen eines Flugzeugs, die Konstruktionen aus Stahl und Leichtmetall bei ICE-Zügen oder die mechanischen Verbindungen an und in Autos sind sicher, stabil und halten. Schon dieses Beispiel zeigt: Ohne Fügen ist also nix mit „Gute Reise!“
