„Barrierefreiheit ist im Museumsbetrieb sehr wichtig“, sagt Andrej Quade. Der wissenschaftliche Mitarbeiter des Technischen Landesmuseums betont die Idee eines Museums für alle. „Wir dürfen nicht nur zwischen alten und jungen Besuchern unterscheiden, sondern müssen bei unseren Planungen auch an sehbehinderte, blinde, hörgeschädigte, gehörlose und mobilitätseingeschränkte Menschen denken.“ Viele Einrichtungen berücksichtigen erst viel zu spät die Bedürfnisse dieser Besucher. „Es gibt im Museumsbereich viele Beispiele für fehlendes Mitdenken“, sagt Jana Gottschling. Die Tourismusbeauftragte des Blinden- und Seebehindertenverbands Mecklenburg-Vorpommern kritisiert fehlende Kontraste, mangelhafte Orientierungsmittel oder unzureichende Beleuchtungen. „Solche Dinge machen den Museumsbesuch für uns nicht lohnenswert.“
Im phanTECHNIKUM sollen von Anfang an die Richtlinien einer barrierefreien Gestaltung eingehalten werden. „Das ist für uns nicht in vollem Umfang möglich, denn das alte Gebäude setzt dem Vorhaben Grenzen. Wir wollen uns aber auf jeden Fall dem Optimum annähern“, erklärt Quade. Zu beachten sind die Höhe der Bedienelemente, eine kontrastreiche Farbgestaltung, taktil erfassbare Informationen, gute Orientierungshilfen und spezielle Führungen. Die Liste der Anforderungen an ein barrierefreies Haus ist lang. „Der Umsetzungsschwierigkeiten sind wir uns sehr bewusst“, räumt Quade ein. „Das darf uns trotzdem nicht davon abhalten den Idealzustand anzustreben.“ Aus diesem Grund pflegt das Technische Landesmuseum den Kontakt zum Blinden- und Seebehindertenverband Mecklenburg-Vorpommern. Vor kurzem führte Andrej Quade Mitglieder des Verbandes durch die Ausstellung im Schweriner Marstall, um den Umgang mit Sehbehinderten und deren Erleben einer Schau kennenzulernen. Weitere Treffen und Besprechungen werden folgen.
„Das phanTECHNIKUM wird seine Türen für alle Besucher öffnen. Erleichterungen für Sehbehinderte, Gehörlose oder Mobilitätseingeschränkte bedeuten oft auch für Gesunde eine Erleichterung“, erklärt Quade. Der Weg zu einem barrierefreien Haus ist noch nicht gegangen, doch die Weichen sind gestellt. „Wir behalten alle Menschen als zukünftige Museumsbesucher im Blick. Körperliche Behinderungen dürfen das Erleben des phanTECHNIKUM nicht unmöglich machen.“
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Das ist genau der richtige Ansatz! Aus unserer Arbeit kann ich diesen Satz doppelt unterstreichen: »Es gibt im Museumsbereich viele Beispiele für fehlendes Mitdenken«!