Hammer, Amboss, glühender Stahl und viel Kraft. In der Schmiede im thüringischen Ohrdruf fliegen die Funken. Bei Temperaturen zwischen 800 und 1200 Grad Celsius erhitzt Marcus Hennig den Stahl. Der junge Schmied kommt ins Schwitzen. Doch sein Arbeitseifer ist ungebremst. Unermüdlich schwingt Hennig den Hammer, um das Metall in Form zu bringen. Er hat sich vorgenommen, eine Blüte aus Stahl zu modellieren. Kein leichtes Unterfangen. Dr. Kathrin Möller, Andrej Quade und Christian Krause schauen dem Ballenstädter bei seiner schweißtreibenden Arbeit über die Schulter. „Mit enormem Kraftaufwand wird eine feingliedrige Bachblüte geschmiedet. Beeindruckend“, sagt Dr. Kathrin Möller. Die Projektleiterin des phanTECHNIKUM und ihre Mitarbeiter besuchten auf Einladung Professor Günter Köhlers (DVS-Landesverband Thüringen) an einem Juniwochenende das Symposium der Kunstschmiede im Ohrdrufer Tobiashammer.
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Schmiedekunst auf hohem Niveau
Donnerstag, 01. Juli 2010Segeln für Anfänger
Samstag, 26. Juni 2010Drei Ventilatoren, eine glatte Fläche und fünf Schiffe aus PVC und Holz. Fertig ist ein Segeltisch. Klingt einfach, ist aber wesentlich komplizierter. Die Produktion eine der originellsten Experimentierstationen des zukünftigen phanTECHNIKUM liegt deshalb in den Händen der renommierten Firma Kurt Hüttinger GmbH & Co. KG in Schwaig bei Nürnberg, die sich auf die Produktion besonderer Ausstellungsobjekte spezialisiert hat.
Fast fertig ist die beeindruckende Konstruktion, die die Mitarbeiter des Technischen Landesmuseums Andrej Quade und Christian Krause im vergangenen Juni bestaunten. „Selbst für Erwachsene ist der Segeltisch ein großer Spaß. Das Prinzip des Segelns wird damit spielerisch erklärt“, sagt Andrej Quade. Auf dem beinahe zwei Meter langen und breiten Segeltisch befinden sich Ventilatoren, die auf Knopfdruck kleine Segelboote mit unterschiedlichen Segeln aus Polystyrol antreiben. Wer kann gegen den Wind segeln? Die Poeler Kogge oder die Atalanta? „Der Segeltisch wird diese Fragen beantworten“, sagt Andrej Quade. Segelsetzen und Schiffssteuerung können Besucher an diesem Modell mühelos nachvollziehen und ausprobieren.
Noch finden letzte Arbeiten an dem Segeltisch statt. Das Modell wird bis auf weiteres in Schwaig auf seinen Transport nach Wismar warten müssen. Schon jetzt wird die Ankunft des ungewöhnlichen Tisches mit Freude erwartet. „Der Segeltisch wird sicher ein Publikumsmagnet im phanTECHNIKUM sein“, sagt Andrej Quade mit Blick in die Zukunft.
Bootsbauer beim Tag der Technik
Sonntag, 20. Juni 2010
Wenige Materialien genügen, um ein fahrtüchtiges Boot zu bauen. Christian Krause legt letzte Hand an.
Eine Kerze, Drähte, Rohre und eine Holzplatte. Daraus bastelte Christian Krause ein kleines Boot, das beim Tag der Technik viele Blicke auf sich zog. Am 18. Juni 2010, dem Tag der Technik, leitete der Mitarbeiter des Technischen Landesmuseums eine Mitmach- und Knobelwerkstatt. Zusammen mit Dr. Kathrin Möller und Norman Poschwatta hat sich der 41-jährige Techniker gut auf die Veranstaltung in Rostock-Warnemünde vorbereitet. „Wir zeigen, dass Technik Spaß macht. Die Besucher schraubten und sägten, um am Ende ein fertiges Boot in den Händen halten zu können.“ Der Bauplan des fahrtauglichen Boots war ausgetüftelt. Für geübte Bastler Routine, für Ungeübte eine Herausforderung. „Auf einer Wasserfläche wurde das Bauergebnis sofort auf Herz und Nieren geprüft.“
Die Mitmach- und Knobelwerkstatt des Technischen Landesmuseums hatte am Tag der Technik rund vier Stunden geöffnet. „Wir haben bereits in den vergangenen Jahren an dieser Veranstaltung teilgenommen“, sagt Dr. Kathrin Möller. Die Projektleiterin des phanTECHNIKUM freute sich auf eine Neuauflage. „Jedes Jahr ist das Programm abwechslungsreich und spannend.“ Die Mitarbeiter des Technischen Landesmuseums bemühten sich auch diesmal darum, Technik erlebbar zu machen. „Nichts anderes haben wir später im phanTECHNIKUM vor. Die Veranstaltung passt also zu uns und wir passen zu der Veranstaltung.“
Beliebte Modellbau-Werkstatt
Dienstag, 15. Juni 2010Seit zwei Monaten hat die Modellbauwerkstatt des Technischen Landesmuseums geöffnet. Einmal wöchentlich schneiden, kleben, bohren und hämmern die jungen Teilnehmer um die Wette. „Das Angebot kommt sehr gut an“, sagt Dr. Kathrin Möller. Die Projektleiterin des phanTECHNIKUM ist zufrieden mit der großen Resonanz. „Technik macht Spaß. Diese Botschaft wird auch das neue Ausstellungshaus vermitteln.“ An der Lübschen Burg soll die Modellbauwerkstatt fortgesetzt werden. „Andere Workshops kommen außerdem hinzu.“
Norbert Burmeister leitet die Modellbauwerkstatt. An seiner Seite: Mitarbeiter des Technischen Landesmuseums. Christian Krause war bereits bei einigen Werkstatt-Terminen die helfende Hand des „Kapitäns Norbert“. „Eine gelungene Veranstaltung, die den Kindern Spaß macht“, sagt der technische Angestellte.
Auch die Teilnehmer sind rundum zufrieden. Strahlende Kinderaugen und viele bunte Modelle von Autos, Flugzeugen oder Schiffen, die sich inzwischen im Werkstattraum des Technischen Landesmuseums aneinander reihen, sprechen für sich.
Der lange Weg zur Barrierefreiheit
Donnerstag, 10. Juni 2010
„Die Vermeidung von Barrieren ist für zehn Prozent der Bevölkerung Deutschlands dringend erforderlich und für 30 bis 40 Prozent eine Notwendigkeit“, sagt Wilfried Steinmüller. Der Mitarbeiter des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern weist auf die Wichtigkeit barrierefreier Einrichtungen hin. Wilfried Steinmüller ist einer der Teilnehmer, die der Einladung des Museumsverbandes Mecklenburg-Vorpommern zum Seminar „Warum, Wie und für Wen? Herausforderungen und Chancen eines barrierefreien Museums“ gefolgt sind. Mitarbeiter unterschiedlicher Museen des Landes, darunter auch ein Vertreter des zukünftigen phanTECHNIKUM, trafen sich am 7. Juni 2010, um über rechtliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen, Anforderungen spezifischer Behindertengruppen, bauliche Umsetzungsmöglichkeiten und museumspädagogische Arbeit zu diskutieren.

Wilfried Steinmüller (Tourismusverband MV) und Dr. Stefan Knüppel (Fallada-Haus) beim „tastenden Sehen“ (v. l.).
„Barrierefreiheit ist für Museen kein fakultativer Begriff mehr“, sagt Andrej Quade. Der Mitarbeiter des Technischen Landesmuseums und Organisator des Seminars in der Ernst Barlach Stiftung in Güstrow ist sich der Notwendigkeit eines barrierefreien Ausstellungshauses sehr bewusst. „Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Allein in Mecklenburg-Vorpommern lebten Ende 2009 rund 291.000 Menschen mit Behinderungen. Bundesweit leiden rund 25 Prozent der Deutschen unter Mobilitäts- und Aktivitätseinschränkungen.“ Grund genug, um Barrierefreiheit für Museen zu fordern. „Im phanTECHNIKUM wollen wir Barrierefreiheit als Standard für alle Bereiche der Einrichtung anstreben“, erklärt Andrej Quade. Ein Ziel, das sich an dem Behindertengleichstellungsgesetz des Bundes (BGG) orientiert. (weiterlesen…)



